Zwischen Leistungsdruck und echter Verbindung
Was die neue RidersDeal-Studie über die Pferdewelt 2026 verrät
Die Pferdewelt verändert sich. Vielleicht nicht laut und spektakulär, sondern eher still und Schritt für Schritt. Viele Reiterinnen und Reiter richten ihren Fokus neu aus: weniger höher, schneller, weiter – mehr Beziehung, Ruhe und echtes Erleben mit dem Pferd.
Eine neue Studie von RidersDeal zeigt nun erstmals in grösserem Umfang, was viele im Alltag bereits spüren: Der klassische Turniersport verliert für einen grossen Teil der Pferdecommunity an Bedeutung. Nicht aus Ablehnung, sondern weil sich Werte und Lebensrealitäten verändern.
Dabei geht es keineswegs um ein „Entweder-oder“. Turniere bleiben für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil der Pferdewelt als sportliche Herausforderung, Begegnungsort oder persönliche Motivation. Gleichzeitig wächst offenbar eine zweite Bewegung: Menschen, die ihr Pferd vor allem als Partner erleben möchten. Nicht als Projekt oder Statussymbol, sondern als Beziehung.
71 % gehen nicht oder nicht mehr aufs Turnier
Die Zahl überrascht: 71 % der Befragten geben an, nicht oder nicht mehr an Turnieren teilzunehmen.
Besonders spannend ist dabei der Blick auf die Gründe. Geld steht nicht an erster Stelle. Viel häufiger genannt werden:
- zu grosser Aufwand
- Stress fürs Pferd
- organisatorische Belastung
- fehlende Vereinbarkeit mit dem Alltag
Gerade langjährige Reiterinnen und Reiter scheinen sich bewusst neu auszurichten. Viele möchten offenbar weniger „funktionieren“ und stattdessen wieder stärker spüren, weshalb sie ursprünglich einmal mit Pferden begonnen haben.
Das Pferd als Ruhepol in einer lauten Zeit
Vielleicht ist deshalb ein anderer Wert der Studie besonders berührend: Auf die Frage, was ihnen das Pferd gibt, was sonst niemand geben kann, antworteten 41 % mit nur einem Wort:
Ruhe.
In einer Zeit voller Hektik, Dauererreichbarkeit und gesellschaftlichem Druck wirkt diese Antwort fast wie ein Gegenentwurf zur modernen Welt. Pferde werden für viele Menschen offenbar wieder stärker zu einem Ort der Erdung. Zu einem Raum ohne Bewertung, ohne Social-Media-Fassade und ohne permanente Leistungserwartung.
Das passt auch zu einer weiteren Erkenntnis der Studie:
Der grösste Frust in der Pferdeszene entsteht nicht durch Geld oder politische Diskussionen, sondern durch das soziale Klima. Neid, Lästern, Besserwisserei und Online-Hass machen laut Studie 43 % aller Frustnennungen aus.
Vielleicht wächst gerade deshalb das Bedürfnis nach echter Gemeinschaft, respektvollem Austausch und einer Pferdewelt, die weniger gegeneinander funktioniert.
Gespart wird zuerst bei sich selbst – nicht beim Pferd
Auch wirtschaftlich zeichnet die Studie ein interessantes Bild. Zwar spüren 89 % steigende Tierarztkosten deutlich. Dennoch sparen die meisten Pferdehalter zuerst bei sich selbst: bei Ausrüstung, Reitunterricht oder Turnierteilnahmen. Beim Futter oder bei medizinischer Versorgung wird hingegen nur selten gekürzt.
Das zeigt etwas Entscheidendes: Die emotionale Bindung zum Pferd bleibt enorm stark.
KI im Stall – aber Vertrauen bleibt menschlich
Bemerkenswert ist auch der Blick auf digitale Entwicklungen: Bereits 60 % der Befragten haben KI-Tools wie ChatGPT für Pferdefragen genutzt.
Und trotzdem bleibt das Vertrauen klar menschlich. Tierärztinnen, Trainerinnen und Stallkollegen stehen weiterhin deutlich höher im Vertrauensranking als digitale Quellen. Vielleicht ist genau das die gesunde Balance der Zukunft: Technologie als Unterstützung – aber nicht als Ersatz für Erfahrung, Gefühl und Beziehung.
Eine Pferdewelt im Wandel
Die RidersDeal-Studie zeichnet kein Bild einer „kriselnden“ Pferdewelt. Eher das einer Welt im Umbruch.
Weg von reinem Funktionieren.
Hin zu mehr Bewusstsein.
Mehr Beziehung.
Mehr Sinn.
Vielleicht entstehen genau daraus neue Formen von Veranstaltungen, Kursen und Begegnungen. Weniger Druck. Mehr Austausch. Weniger Selbstdarstellung. Mehr echte Pferde-Mensch-Momente.
Und vielleicht ist genau das keine Schwäche des Reitsports – sondern seine nächste Entwicklung.
Die vollständige Studie sowie die Kurzfassung findest Du bei RidersDeal.
Die Pressemitteilung und das Short Deck lagen PASSION zur Verfügung.

Vielleicht haben wir genau das gespürt:
Mit der PASSION EXPO Pferdewelt 2026 möchten wir einen Ort schaffen für Austausch, Inspiration, Wissen und echte Begegnungen rund ums Pferd. Offen für unterschiedliche Wege, Reitweisen und Sichtweisen. Nicht das Gegeneinander soll im Mittelpunkt stehen, sondern das gemeinsame Erleben und Lernen voneinander. 🐴







